Wettkampf im Zick-Zack-Muster: Ein Master-Rookie berichtet

Es ist also so weit, mein erster Wettkampf für den ALV in der Master-Mannschaft steht bevor. Ich bin schon schön aufgeregt und freu mich drauf. In der Nacht hat es allerdings ordentlich geschüttet und gewittert, so dass meine Angstvision „nasse Fahrbahn“ schon am morgen Realität wird.

Na was soll´s, die Taschen sind sowieso schon gepackt also fahre ich auch hin und den Neo´ nehme ich lieber auch noch mit. Durch den Regen ist der Rhein bestimmt auf unter 20 °C abgekühlt (–bestimmt oder hoffentlich?). Vielleicht schwimme ich auch gleich in Regenjacke, dann spare ich beim Wechsel aufs Rad wertvolle Hundertstel. Jetzt mal Spaß beiseite, die Renntaktik sieht angepasst an meine Stärken und Schwächen folgendes vor: Schwimmen, volles Rohr, Radfahren, volles Rohr und dann gemütlich laufen. Beim Laufen kann ich den Wettkampf eh nicht mehr retten.

Also, in Worms auf der Matschwiese (Oh, Verzeihung: Festwiese) angekommen, muss ich erstmal einen Parkplatz finden, auf dem alle Mitfahrer aussteigen können ohne in einer knietiefen Pfütze zu versinken. Es ist auch schon ganz schön spät, Start ist um 10:00 Uhr und wir sind erst um 9:15 Uhr gelandet. Unser Renndirektor Jan holt schnell die Startunterlagen, dann klappt das schon. Rad zusammenbauen, Klamotten auf die Tüten verteilen, Startnummern verkleben, Lauftasche abgeben zum 800 m und 200 Pfützen entfernten Rad-Check-in fahren, Radwechselzone einrichten, Wettkampfbesprechung nur noch halb hören und schon ist es soweit – ab in den Rhein. Na was fällt der/m geneigten Leser/in auf? Genau keine Zeit alles nochmal zu überprüfen oder gar sich warm zu machen.

Das Einschwimmen besteht darin, dass man bis zur Startlinie vorschwimmen darf, 10m sind mir eigentlich zu wenig um mich an das grüne kühle Nass zu gewöhnen. Start!!! und „Ab geht die wilde Fahrt!“ Leider nicht so richtig für mich, ich bekomme kein richtiges Wassergefühl, mein Kopf kommt gar nicht ins Wasser und Druck auf die Paddels habe ich auch nicht. So ist das halt im Freiwasser, jetzt nicht in Panik verfallen irgendwie, wenn auch langsam, geht es ja vorwärts und ich werde von niemandem überschwommen. Also zur 750m langen Strecke ist zu sagen, dass sich die Veranstalter hier doch sehr viel Mühe gegeben habe nicht zu viele Kurven einzubauen. Einmal das Hafenbecken von Worms rauf und wieder runter, so habe ich das gerne.

Raus aus dem Wasser, als Erste von sechs im Feld verstreuten Frauen – immerhin, allerdings nach viel zu langer Zeit 17:34 Minuten. Der Wechsel zum Rad war ganz gut, noch schnell mit Christine ein paar Stylingfragen besprochen, ich hatte mich für meine Weste entschieden, Christine für Armlinge und rauf aus Rad. Vor mir der Typ kommt nicht in seine Schuhe rein und dödelt den ersten Kilometer vor mir her. Ich hätte mich einfach trauen und den Prototypen überholen sollen. Darauf muss man aber erstmal kommen und dann ist ja auch noch Windschattenverbot – ich bin einfach noch nicht soweit.

Die Radstrecke führt jetzt im Zick-Zack durch Worms vom Rhein wieder auf den Rheindamm, zurück an die Wechselzone und dieselbe Strecke nochmal zurück. Verstanden?, nee?!, ich auch nicht! Ich werde zwar überholt aber doch eher vereinzelnd und schaffe es auch ordentlich Druck auf die Straße zu bringen. Den ersten Abschnitt absolviere ich in 20 Minuten, damit bin ich dann wohl zufrieden.

Auf der zweiten Runde fällt mir erst richtig auf, wie verwinkelt die Strecke ist und wie schwer es mir fällt, nach einer 90° Abbiegung wieder auf Tempo zu kommen. Dann kommt Christine mit einem netten „Halli Hallo“ von hinten – da habe ich endlich jemanden an den ich mich festbeißen kann, schließlich ist sie ja die ganze Zeit nur knapp hinter mir gewesen. Festbeißen, dranbleiben, nicht reißen lassen, jetzt nicht schlapp machen. Du wolltest doch auf den Rad richtig schnell sein, also lässt du Christine jetzt nicht fahren. Die fährt so ganz locker auf ihrem Aerolenker 35 km/h oder schneller, ich muss mich hinten ganz schön mühen und habe wieder Schiss, dass ich gleich eine schwarze Karte bekomme. Wie viel sind eigentlich 10m Abstand, egal jetzt! Gott sei Dank ist es nicht mehr weit bis zum Ziel. Christine verliert ihre Lockerheit, also fahre ich vor und schaffe es sie noch ein kleines Stück ins Ziel zu puschen. Tschakka, dass hat noch mal richtig Spaß gemacht. Rad abgeben, Lauftasche suchen und rein in die guten Brooks, jetzt kommt der gemütliche Teil.

Bin ich eigentlich mit dem Radsplit zufrieden – tja wenn ich eine Uhr hätte, könnte ich mal schauen wie lang wir schon unterwegs waren, habe ich aber nicht. Ich habe auch keine Zeit lange darüber nachzugrübeln, denn die Laufstrecke setzt fort, was die Radstrecke begonnen hat: Zick-Zack, geradeaus rechts hoch auf den Schotter, links in den Park, die kleine Hundewiese umrunden, wieder zurück durch den Park, Vorsicht Pfütze, runter zur Festwiese, wieder eine Pfütze, einmal im Kreis, hoch unter der B9 durch, über Pflastersteine auf die Straße (die aber auch nur 300 m lang ist), am Ende im rechten Winkel auf einen unbefestigten Weg, links ab in eine kleine Gasse, nach 30 m wieder zurück raus aus der kleinen Gasse, Vorsicht vor dem Hund, der grade in der Gasse Gassi-geht, über den Matschweg unter den Bäumen auf die längste Gerade in Worms, die Unterführung der B9 runter und das Ganze geht auch schon wieder von vorn los: Vorsicht Pfütze!

Langweilig ist die Strecke jedenfalls nicht. Ich komme bekanntlich aus Norddeutschland und daher liebe ich lange Geraden, aber „live is not a Kindergeburtstag“.

Die Wormser sind jedenfalls ganz euphorisch, dass so ein toller Wettkampf bei ihnen stattfindet. Denn schließlich können ja die Wormser nichts dafür, dass abgesehen vom Gassi Geher (der Jogger, wie ich eine bin, natürlich ignoriert) nur zwei aus dem Fenster der kleinen Gasse schauen können. Die Beiden geben allerdings alles, haben sogar Perkussionsinstrumente herbeigeschafft um Stimmung zu machen. Auch die Helfer feuern an und ich komme ohne nennenswerte Schwierigkeiten über die wohl kurvenreichsten 5 km in ganz Worms.

Im Ziel nochmals von den Teamkollegen angefeuert, glaube ich lange an einen guten Wettkampf, so lange bis ich sehe wie langsam ich geschwommen bin und dass ich für die Radstrecke doch mehr als die geplanten 40 Minuten gebraucht habe. Nur mit der Laufzeit von 31 Minuten kann ich letztlich zufrieden seien. Seltsam was hat da nicht gestimmt? Wahrscheinlich mein Plan. Das nächste Mal nehme ich mir einfach vor, schön langsam zu schwimmen, es auf dem Rad nicht zu übertreiben um dann auf der Laufstrecke alles rauszuholen. Nee, ich glaube nicht, dass das klappt, ich glaube eher, dass ich im Wettkampf einige Dinge falsch gemacht habe.

Ihr, liebe Leserin und Leser könnt ja beim nächsten Training gerne Eure Verbesserungsvorschläge abgeben. Sollten solche dabei sein, die vorsehen, dass ich schneller laufen sollte, werde ich diese mit viel Wohlwollen im Schwimmtraining in der Tauchphase entgegen nehmen. Schließlich bin ich nicht ignorant, sondern nur ein Rookie und äußerst lernfähig.

Eure Sigrun aus der Schwangeren- und Rentner-Gruppe

Sigrun Ellenberger

Ergebnisse aller Teilnehmer des ALV Mainz

PLATZ

NAME

AK

AK_PL

GES_ZEIT

SWIM

RAD

LAUF

78

Bayer Nicolas

TM20

16

01:05:07

00:12:36

00:00:00

00:00:00

118

Oesterling Matthäus

TM25

22

01:07:35

00:13:34

00:34:36

00:19:25

193

Korbmacher Jan

TM25

25

01:12:15

00:13:52

00:41:51

00:16:32

205

Eckel Philipp

TM30

30

01:12:49

00:16:30

00:36:00

00:20:19

256

Richters Dorothee

TW30

6

01:16:25

00:16:18

00:38:06

00:22:01

265

Beitz Werner

TM50

19

01:17:26

00:16:09

00:38:29

00:22:48

269

Welk Alexa

TW30

8

01:17:29

00:16:01

00:39:33

00:21:55

276

Moritz

TM30

37

01:18:12

00:16:21

00:38:55

00:22:56

289

Jüttner Klaus

TM40

27

01:19:17

00:19:20

00:39:50

00:20:07

326

Bauer Stephanie

TW35

9

01:22:52

00:17:09

00:41:24

00:24:19

336

Jüttner Thomas

TM40

33

01:23:31

00:22:09

00:41:30

00:19:52

353

Seufert Wiebke

TW25

9

01:25:45

00:13:28

00:43:05

00:29:12

356

Frackiewicz Bart

TM35

36

01:26:06

00:19:05

00:43:13

00:23:48

366

Bettzieche Rika Sophie

TW25

11

01:28:25

00:20:32

00:44:19

00:23:34

367

Degenhard Christine

TW40

6

01:28:26

00:17:49

00:44:06

00:26:31

388

Ellenberger Sigrun

TW50

6

01:34:00

00:17:34

00:44:44

00:31:42