Die Zehn-Stunden-Marke ist geknackt

„Ich bin der Meinung, man sollte sich immer große Ziele stecken, das Erreichen oder Nicht-Erreichen am Ende aber auch realistisch einschätzen“, kommentiert Dominik Sonndag, sein Ironman-Finish am vergangenen Sonntag auf dem Frankfurter Römerberg.

Ein Jahr Vorbereitung sollte man sich schon für das Training nehmen, so die einhelligen Meinung im Internet und diversen Triathlon-Fachzeitschriften. 

„Das erste halbe Jahr konnte ich mich noch einigermaßen an einen regelmäßigen Trainingsplan halten. Als dann ein Jobwechsel und damit das tägliche Pendeln von Mainz nach Koblenz hinzukam, war an ein systematisches und planmäßiges Training nicht mehr zu denken.“ Es kam, wie es kommen musste. Die Zeit am Morgen wurde nicht mehr zum Morning-Jog am Mainzer Rheinufer sondern zum Zugfahren im Mittelrheintal genutzt. Die Zeit am Abend wurde knapper, da gerade in den ersten Monaten der Job sicherlich Vorrang vor breitensportlichen Ambitionen hat. Aber angemeldet heißt angemeldet und dementsprechend wurde das Training irgendwie um Job, Freundin, Freunde und Familie drum herum gebaut. Mit dem Resultat, dass die Ergebnisse bei Testwettkämpfen eine solide Zeit in Frankfurt erwarten lassen konnten. „Dass dadurch das ursprüngliche Traumziel „#Attacke #Hawaii“ nicht in greifbare Nähe gerückt ist, war klar“, hielt Dominik aber im kleinsten Gedanken im Hinterkopf an seinem Traum fest. Ein perfekter Tag, mit perfekten Bedingungen hätte die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaften in Kona bringen könnnen. Was er immer wieder zur Seite geschoben hat und am Ende sicherlich nicht zu unterschätzen war, war die doppelte Beanspruchung durch Job und Training.

Vor dem Rennen rechnete er bei optimalen Verlauf mit 1:05 Stunden Schwimmen für die 3,8 Kilometer im Langener Waldsee, 4:45 Stunden Radfahren auf 180 Kilometer Landstraßen rund um Frankfurt und mit 3:20 Stunden auf der Marathonstrecke am Mainufer. Schnell gerechnet käme eine Endzeit um die 9:10 Stunden ohne Wechselzeiten, die mit knapp sechs Minuten geschätzt werden sollten. Am Ende standen 1:09 Stunden schwimmen, 4:59 Stunden radfahren und 3:41 Stunden laufen auf der Uhr. Hinzu circa sieben Minuten in den Wechselzonen.

Das bedeute eine Endzeit von 9:56 Stunden und einer Platzierung 62 in der AK M30-34 und Gesamt 305. Die Qualifikationszeit für Hawaii lag in 2014 bei 9:15 Stunden. Deutlich vorbei, müsste das Resümee heißen. „Ich wusste, dass es mit den Trainingsbedingungen und Wetterbedingungen um die 30 Grad Celsius am Wettkampftag ganz schwierig wird, die Quali zu holen. Mit dem Knacken der Zehn-Stunden-Marke bin ich aber mehr als zufrieden“, schätzt Dominik seine Leistung realistisch ein.