Great Wall Marathon in China

Vor einigen Wochen hatten wir die Idee, einen Halb-Marathon in China zu laufen.

Unsere Recherchen haben uns zum „Great Wall Marathon“ in Peking geführt.

Über einen privaten Anbieter aus München, haben wir eine 9-tägige Gruppenreise gebucht. Der Inhalt dieser Reise war: 

  • Besuch des Platzes des Himmlischen Friedens
  • Das Mao-Mausoleum
  • Kaiserpalast
  • Wettkampf (Halbmarathon/Marathon)
  • Rickschafahrt in der Altstadt
  • Besichtigung des Olympiageländes 

Am Samstag (06.09.2014) stand der Wettkampf auf dem Programm. Mein Bruder und ich mussten uns entscheiden, ob wir um den Sieg mitlaufen oder es gemütlich angehen lassen und die Umgebung genießen. Die Entscheidung war schnell gefallen.

Wir wollten Vollgas geben und schauen welche Platzierung möglich ist.

Um 5:30 Uhr startete unsere Gruppe (ca. 60 Personen) zum Wettkampfort. Es war eine internationale Gruppe mit Teilnehmern aus Österreich, Deutschland, der USA und der Schweiz. Vor Ort sind noch ca. 40 Chinesen zu uns gestoßen. Somit war das Starterfeld von 100 Personen komplett und der Wettkampf konnte beginnen.

Gegen 8:15 Uhr waren wir am Startpunkt angekommen sahen das 8. Weltwunder. Ein beeindruckendes Bauwerk - super Kulisse. Der Wettkampf konnte beginnen. Die Strecke (10 km) hat die Form von einem „Y“. Also drei Wendepunkte, was sich als wirklich toll rausstellte, weil man seine Konkurrenten immer wieder sehen konnte.

Um 8:55 Uhr haben wir uns sehr weit vorne aufgestellt, um keine Zeit beim Start zu verlieren. Um 9:00 Uhr fiel der Startschuss. Die Strecke begann mit einem steilen Anstieg, der nur aus Stufen bestand. Wir lagen gleich bis zum ersten Wachturm an Position vier und fünf. Der Puls war aufgrund der großen Steigung und der vielen sehr hohen Stufen (bis zu 70 cm) sofort in den roten Bereich geschossen.

Nach dem ersten Wachturm, wurden wir von einer Gruppe Chinesen überholt. Wir überlegten kurz ob wir dran bleiben oder ob wir etwas taktieren sollten. Wir ließen sie ziehen. Aber nur so weit, dass wir sie immer im Blick hatten. Wie sich nach ca. 25 Minuten rausstellte, hatten sie ihr Pulver schnell verschossen und wir waren wieder auf Platz vier und fünf.

Vor uns war ein Läufer aus Österreich, der ebenfalls für den Halbmarathon gemeldet war. Außerdem ein Chinese und Felix aus Aachen. Sie wollten allerdings den vollen Marathon laufen.

Nach ca. 55 Minuten waren die ersten 10 km absolviert. Diese 10 km bestanden aus ca. 4500 Stufen, einer Leiter, und vielen steinigen Hindernissen. Das alles hatte nichts mit Laufen zu tun. Es war eine Klettertour. Trotzdem hat es super viel Spass gemacht.

Nun hieß es auf der zweiten Runde die gute Platzierung zu halten. Wir durften nicht langsamer werden und mussten die Schmerzen in der Oberschenkeln ignorieren. Am nächsten Wendepunkt war zu sehen, dass der österreichische Läufer ca. 5 Minuten vor uns lag und wir nach hinten ca. 3 Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld hatten.

Also Augen zu und durch um die letzten 3000 Stufen zu bezwingen. Nach 1 Stunde

55 Minuten sind wir im Ziel angekommen, mein Bruder Klaus und ich zeitgleich und somit belegten wir beide Platz 2.

Es war ein fantastisches Erlebnis. Wir haben 8929 Stufen und 779 Höhenmeter bezwungen.

 

Thomas Jüttner