Challenge Almere

Vor 12 Jahren bestritten mein Sandkastenkumpel und ich in Viernheim schlecht vorbereitet und mit mäßigem Material unseren ersten Triathlon. Und als jener Kumpel 2006 Frankfurt finishte und von dem Erlebnis Langdistanz schwärmte war uns beim nächsten gemeinsamen Bierchen klar – da werde ich früher oder später nachziehen dürfen.

Letztes Jahr fiel also die Entscheidung, dass es 2015 soweit sein sollte. Den Gewinn der Firma Ironman wollte ich nicht mehren und der Wettkampf sollte möglichst spät in der Saison sein. In der Liste der Challenge-Veranstaltungen sagte mir der Ort Almere nichts, doch schnell war das Interesse geweckt und die Entscheidung gefallen. Die Vorbereitung begann.

Erstmalig nach Malle zum Radeln, feine Sache, mit liebestollen Nachbarn, Ditsche und vielen netten Mitfahrern, top. Dann das Buch „Ironman leicht gemacht“ beschafft. In Maxdorf untergegangen, Rad umgerüstet und in Worms klappte es dann schon besser. Danach nur noch stupide den Trainingsplan aus dem Buch absolviert.

Und dann war endlich der 12.09. da, unverletzt und unerkältet. Frühes Aufstehen um viertel vor fünf, Frühstück und ab zum „Weerwater“. Um 7:30 ging es los bei bedecktem Himmel und 17 Grad Wassertemperatur. Nach gut 1:05:00 war die erste Disziplin erledigt, dann hieß es wegen der niedrigen Außentemperaturen komplett umziehen und 15 min Wechselzeit waren verbraten, inklusive gerissenem Reißverschluß am Einteiler. Danach zweimal 90 km auf dem Deich und durch Flevoland, einem vor 35 Jahren durch Trockenlegung erschlossenem Siedlungsgebiet östlich von Amsterdam. Windstärke 5 machte die zweite Disziplin zum härstesten Stück Brot des Tages. Die Segler hats gefreut, die Radler nicht. Nach 6:03:00 war der Ritt zum Glück vorbei. Bei einsetzendem Nieselregen ging es dann auf die Marathonstrecke. Nach anfänglichen Knieproblemen ging das Laufen immer besser und die 6 Runden á 7km rund um das Weerwater schienen machbar. Nach und nach rückte das Ziel näher. Jegliche Zielzeiten waren schnell ad acta gelegt und immer wieder musste ich mich ermahnen, Runde für Runde zu denken. Als die zu absolvierende Kilometerzahl einstellig wurde war ich mir sicher, dass ich ankomme. Das war ein sehr gutes Gefühl. Nach 12:08:47 war es geschafft und die erste Langdistanz vorbei. 

Die Veranstaltung in Almere ist top organisiert, Athletenbriefing im Kinosaal, überdachte Wechselzone, zuschauerfreundlich, gute Stimmung an der Strecke, super Betreuung nach dem Zieleinlauf. Dort zu starten war für mich die richtige Entscheidung und ich empfehle jedem, der einen Langdistanzstart plant, Almere in Erwägung zu ziehen.


Alex