Triathlon Saisonabschluss in Gimbsheim


Alljährlich versammelt sich die Triathlon-Elite des ALV Mainz beim Herbsttriathlon in Gimbsheim, um die Vereinsmeister im Sprint zu küren. Während die schlechten Wetterprognosen einige Damen vom Start abhielten, war die männliche Konkurrenz heiß wie Frittenfett. Schließlich geht es ja um die Vereinsmeisterschaft, die bei den Männern gleich hinter einem Hawaii-Sieg eingeordnet wird. Dieser Bedeutung war es auch geschuldet, dass bereits im Vorfeld sämtliche Register der psychologischen Kriegsführung gezogen wurden, um den amtierenden Titelträger vom Thron zu stürzen.

Die Stimmung vor dem Start war trotz des schlechten Wetters gut, und so frotzelten wir weiter fröhlich daher. Nächstes Highlight war die alljährlich einschläfernde Wettkampfbesprechung, die einem wirklich die letzte Vorstartspannung auf Null setzt. Ralf und ich witzelten schon mit unserem Running Gag vom Zeitfahren “Au Banan, die Strecke ist doch klar, wer sich hier verfährt ist selber schuld“.

So, letzte Startvorbereitung. Hier wurde klar, dass die für viele zu plötzliche Neo-Freigabe für Irritationen sorgte. Schnell mussten noch ein paar Einweisungen zum anziehen der schwarzen Pelle durchgeführt werden.

Noch schnell eine Bahn Vollgas Einschwimmen und dann kann es auch schon losgehen. 500 m mit Neo im Becken ist doch ein Klacks dachte ich und war gar nicht so sehr überrascht, dass ich mit Michael als Erster aus dem Becken stieg. Gemäß dem Wechselmotto „Ruhe ist Geschwindigkeit“ fing ich an, den Reißverschluss meiner Schwimmhilfe zu öffnen. Verdammt, das Ding hat sich im Gummifutter verhakt und ab jetzt war es vorbei mit der Ruhe. Zum Glück erblickte ich sofort Sebastian, unserem selbst mitgebrachten Wettkampfrichter, und dachte, den schickt der Himmel. Als aber auch er nach einigen Versuchen das vermalledeite Ding nicht aufkriegt und Ralf mittlerweile seine Chance witternd schadenfroh an mir vorbeiläuft, wurde auch ich langsam porös. Bevor Dominik mich in der Wechselzone auch noch überholt und ich meinen Neovorteil gänzlich verspiele, wies ich Sebastian an die Neoprenhaut einfach runter zu reißen. Geht ja schließlich um sowas wie einem Olympiasieg.

Nachdem ich nun endlich befreit war, konnte ich die Verfolgung von Michael und Ralf in meiner Spezialdisziplin aufnehmen. Als ich die Beiden vor mir hatte, entschloss ich mich das erste von den drei Streichhölzern zu zünden, von denen man ja bekanntlich nicht viele in einem Rennen hat.

So schnell überholen und zwei Minuten so hämmern, dass ein Ansaugen nicht möglich ist. Bei der späteren Wettkampfanalyse bestätigte sich mein Schachzug. Ralf musste abreißen lassen, da er zu explodieren drohte.

Jetzt ging die Fahrt weiter am Damm entlang und langsam wusste ich nicht, ob die brennenden Beine oder der vom Kantenwind peitschende Regen, der sich wie eine Nadelbrause anfühlte, schlimmer war. Am Wendepunkt musste ich erschreckender Weise zwei Dinge feststellen: Zum einen, dass Dominik zu Ralf aufgefahren ist und somit schneller fährt als er und zum anderen betrug mein Vorsprung keine halbe Minute, was eindeutig zu wenig ist um den schnellen Beinen von Ralf auf der Laufstrecke zu entkommen. Niclas folgte mit etwas Abstand.

Also zweites Streichholz zünden und gegen den Wind zurück ein halbes Millimol Laktat mehr aushalten. Gemäß der These, wenn es bei mir richtig weh tut, sterben die dahinter.

Auf den letzten Kilometern der Radstrecke kam mir die Frauenspitze entgegen, die zwanzig Minuten nach uns ins Wasser gelassen wurde. Erwartungsgemäß rauschten Isa gefolgt von Uli und mit etwas Abstand Sigrun an mir vorbei. Sie sind die schnellsten Schwimmerinnen bei den Triafrauen.

In der Wechselzone bemerkte ich zu meiner Freude, dass auch das zweite Streichholz gezündet hat und seine gewünschte Wirkung nach sich zog. Ein Blick zurück verriet, die Beiden sind nicht zu sehen. Dann der nächste Schock den wohl jeder kennt, der schon mal versucht hat mit nassen Füßen und kalten Fingern in die engen Laufschuhe zu kommen: Ich krieg die blöden Dinger nicht an und steh vor einem Wadenkrampf. Nach einer gefühlten Ewigkeit renne ich mit einer brillianten Taktik los. Zügig loslaufen und dann jeden Kilometer schneller werden. Mein Gott, wer lässt sich denn freiwillig so was einfallen? Aber meine einzige Chance die Konkurrenz psychologisch zu beeindrucken.

An der Wende schauen wir mal ob es aufgehen kann. Ralf hat schon einiges von seinem Rückstand nach dem Rad aufgeholt und auch Dominik ist noch in Schlagdistanz. Der unerwartete Rückstand von Niclas klärt sich später auf: Sein selbstgebautes Schnürsystem aus den Achzigern, dass im Training mindestens Zweitausend Mal funktioniert hat, hatte nun endgültig seinen Dienst eingestellt. Und mit offenen Schuhen rennt es sich echt beschissen, glaubt mir.

O.k., lass mich kurz rechnen, bei der Wende wieder knapp ne` halbe Minute, meine Taktik kann aufgehen. Bei Kilometer drei, wenn Ralf glaubt er könne rankommen, zünde ich mein letztes Streichholz und lauf den vierten Kilometer in 3:50. Das wird ihn brechen dachte ich, nachdem ich kurz drüber nachdachte, dass er ja auch das Abendessen zahlen könnte. Doch mein sportlicher Ehrgeiz war am Ende doch zu groß und die beiden letzten Kilometer wurden tatsächlich die Schnellsten. Im Ziel war auch Ralf glücklich über ein tolles Rennen. Und während wir uns in den Armen lagen trudelten auch die nächsten ALV-Athleten über die Ziellinie. Ich glaube, Dominik als Dritter war so kaputt, dass er seinen obligatorischen Handstand noch nicht mal mehr hinbekam. Niclas mit seinen kaputten Schuhen, schluffte als Vierter ins Ziel. Gefolgt von Michael, Jochen, Patrick und Heiko, die innerhalb einer halben Minute ins Ziel kamen. Bei Patrick bin ich immer am Meisten begeistert, da er eher an einen Gewichtheber oder Kraftdreikämpfer erinnert als an einen Triathleten. Ich glaube wenn der zwanzig Kilo weniger Muskelmasse hätte, würde der uns in Grund und Boden stampfen.

So jetzt schnell schauen was die Mädels machen, und zu unserer Verwunderung kam Nadja als Erstes mit dem Rad zurück. Sebastian scherzte schon „So schnell kann ich ihr Rad doch gar nicht eingestellt haben“, als klar wurde, sie musste das Rennen wegen Schmerzen und Unterkühlung leider aufgeben.

Plötzlich wurde es spannend, Uli und Isa kamen gemeinsam vom Rad und somit auch auf die Laufstrecke. Sollte Uli das erste Mal den Titel hergeben? In gut zwanzig Minuten wird sich das Geheimnis lüften. Derweil kamen auch die weiteren Amazonen vom Rad und schnürten die Laufschuhe. Judith würde wohl Dritter werden - das steht fest.

Gespannt schauten alle auf die Zielgerade und bald sahen wir, wie Uli sich ihren vierten Vereinsmeistertitel knapp vor Isa sichern konnte. Beide wurden auch im Gesamtrennen der Frauen Erste und Zweite.

Bei der abschließenden Siegerehrung löste Dominik seine Kuchenwette ein und wir ließen bei Kaffee und leckeren Teilchen einen schönen Wettkampftag ausklingen.

Hier die Einlaufliste der Vereinsmeisterschaft:

 

mehr lesen

Starke ALV- Besetzung beim Mainzel-Triathlon am Lerchenberg


Nach fünf Jahren Pause fand am vergangenen Sonntag wieder ein City Triathlon in Mainz statt. Dieses Mal führte die Strecke nicht durch die Innenstadt, sondern über und rund um das ZDF-Gelände. Ausgeschrieben waren die Distanzen Schnupper Triathlon (Supersprint), Sprint Triathlon und Staffel Triathlon. Beim Heimspiel am Lerchenberg war der ALV mit starker Besetzung über die Sprint-Distanz am Start. Während morgens im Rahmen des ZDF Fernsehgartens bereits 8 Promi-Staffeln an den Start gingen – auch hier mit Unterstützung einiger ALVler, dieses Mal im grünen Trikot – fiel der Startschuss für das Jedermann-Rennen am Nachmittag. Gestartet wurde  jedoch mit einer kleinen Verzögerung, da nach der Veranstaltung im ZDF-Fernsehgarten noch einiger Trubel auf dem Gelände war. Die dabei langsam aufziehenden dunklen Wolken, sorgten bis zum Start für einige kritische Blicke gen Himmel und stellten uns vor die Frage „Hat der ALV einen Wettergott?“. 

Als letzte Startgruppe des Rennens standen dann aber alle ALVler an der Startlinie, in diesem Fall dem Beckenrand. Im Vorfeld wurde bereits viel über das Schwimmbecken, das eigens für den Wettkampf auf dem ZDF-Gelände aufgebaut wurde, spekuliert. Für die meisten war das Schwimmen in diesem Becken wohl etwas ungewohnt, insbesondere das Rausklettern erforderte einiges an Geschick. Doch schließlich meisterten alle die 500 Meter gut und so ging es nach der Wechselzone weiter aufs Rad. Die Strecke war schon vorab als anspruchsvoll beschrieben und auf einige tückische Stellen hingewiesen worden: Zunächst ging es über das ZDF Gelände raus durch Mainz-Lerchenberg und über eine lange Abfahrt nach Drais und in einer scharfen Kurve über Marienborn zurück auf das ZDF-Gelände. Ein besonderes Highlight war die vollkommen gesperrte und durch viele Helfer abgesicherte Strecke.  Nach zwei Runden waren die gut 20km bei nun langsam einsetzendem Regen geschafft. Die anschließende Laufstrecke verlief zweimal rund um das ZDF-Gelände mit dem Ziel im ZDF-Fernsehgarten. Dank der tollen Unterstützung am Streckenrand, der ebenfalls durch viele ALVler besetzt war, gab es bis zum letzten Meter immer wieder Motivation und Ansporn! Als erster ALV-Triathlet und mit dem zweitschnellsten Radsplit in der Gesamtwertung kam Erich Keuchen (01:09:17) ins Ziel. Bei den Frauen war Isabelle Henrich (01:20:31) die schnellste ALVlerin, die sich schon mit einer starken Schwimmzeit ihren Vorsprung gesichert hatte. Insgesamt gab es mehrere Altersklassen- und sogar zwei Top Ten Platzierungen in der Gesamtwertung! Erich und Isabelle holten dabei beide den 6. Platz!

mehr lesen

Sixtus Alpentriathlon in Schliersee, olympische Distanz


Erst im Februar einigte sich die Gemeinde mit einer neuen Event- Agentur, dass die 32. Auflage des Klassikers am 21.Juli stattfinden wird. Viele Athleten hatten da wohl schon ihren Wettkampfkalender voll, so dass das Starterfeld diesmal etwas kleiner war.

Der Tag beginnt mit frischen Temperaturen und Regenwetter, aber mittags soll es besser werden. Die Schwimmstrecke ist im Schliersee. 3 Startwellen werden mit einem Kanonenschlag losgeschickt.

Als es auf die Radstrecke geht, hat der Regen aufgehört und die ersten Sonnenstrahlen kommen durch. Die ersten km sind relativ eben, dann kommt ein erster Anstieg Richtung Wörnsmühl. Oben angekommen geht es schnell wieder abwärts mit einigen engen Kurven, bei der noch nassen Straße mit viel Vorsicht zu genießen. Wir sind in den Bergen, also geht es ohne Pause gleich wieder hoch und runter, mal mehr und mal weniger steil. Die km 25 bis 35 sind wellig und schnell und führen direkt zum Highlight, der Auffahrt zum Spitzingsattel (1127m): 4km mit durchschnittlich 9% und separater Bergwertung. Gleich anschließend und mit inzwischen 853 Höhenmetern in den Beinen geht es zum 2. Wechsel am Spitzingsee. Der Veranstalter hat die Beutel mit den Laufschuhen an den Fahrradständern abgelegt, alles super organisiert.

Die Laufstrecke ist auch nicht ganz eben. Zuerst gibt es ein paar schöne schnelle km bergab auf Asphalt. Die Rechnung kommt: In einer weiten Schleife geht es über Forstwege wieder hoch zum Spitzingsee, dann folgen 2 Runden um den See. Das Ganze summiert sich nochmal auf 176 Höhenmeter in grandioser Landschaft.

Im Ziel war ich nach 3:34:42 und damit 2. in der AK60. Das 3. Juliwochenende 2020 ist in meinem Kalender schon für die 33. Auflage vorgemerkt.

Winfrid

mehr lesen

ALV GOES HEINERMAN


Am 30.06.2019 machten sich erneut 15 ALV-Athleten auf, um die nächste Runde des ALV-Cups beim Heinerman in Darmstadt (Olympische Distanz) zu bestreiten und weitere Wertungspunkte und Spitzenplätze einzuheimsen.

Während einige Spitzensportler leicht angeschlagen und mit dem ein oder anderen Wehwehchen Zweifel an der Vollendung der für einige Athleten längsten Distanz ihrer Saison anmeldeten, freuten sich andere auf spannende Duelle und glorreiche Höchstleistungen. Verwundert, dass weder Neo beim Schwimmen erlaubt war, noch dass der Rad- und Laufkurs „tellerflach“ ist, machten sich alle allseits von der Konkurrenz gefürchteten ALV-Spitzenschwimmer mit dem alle Jahre wieder verwirrenden Zickzackkurs im Woogsee vertraut. Während einige wenige das Privileg (bzw. das Leid) hatten, sich unter die Top-50-Starter zu mischen, konnte der Rest der Athleten den Rolling-Start genießen. Nach dem Kampf durch den mit ausreichend Grünzeug bestückten 1500m- Kurs durch den Naturbadesee, ging es auf den 46km langen Zweirunden- Radkurs. Die insgesamt vier „Asphaltblasen“, welche die Athleten insgesamt 350 Höhenmeter klettern ließen, sorgte in Kombination mit der mittlerweile aufkommenden Hitze für hohe Pulswerte, fast unaushaltbare Laktat-Beine und bei dem ein oder anderen für fluchende verbale Ausstöße. Um so verwunderlicher, dass bei diesem Anstrengungsfaktor bei einer ALV- Athletin noch Zeit blieb, um spannende und lustige Lach- und Tiergeschichten an der Strecke zu beobachten. War dies der Hitze geschuldet? Da war es ein Glück, dass man sich auf der Wendestrecke immer mal wieder begegnete und aufmunternde Worte (am Ende waren es wohl eher Gesten) von Leidensgenossen erhaschte.

Während Erich mit dem schnellsten Radsplitt der Männer sich bereits mit Ralf auf der Radstrecke ein persönliches Battle lieferte und die „T2“ als Erster der ALVler erreichte, trudelten alle anderen nachfolgend ebenfalls in die Wechselzone ein.

Die letzte Disziplin mit undankbaren 10,4 km über wellige Feld- und Waldwege forderten auch den stärksten Läufern nochmal alles ab und hatte es in sich. In der Zeit, wo der größte Teil der ALV-Sportler mit der Dehydration und den „Feldhügeln“ auf der Laufstrecke kämpfte, lief Erich als Erster der ALV-Truppe ins Ziel und konnte mit knappem Vorsprung vor Ralf als „unbesiegbarer Triathlon – Opi“ erneut glänzen. Anzumerken ist hierbei die phänomenale Aufholjagd von Vitus „per Pedes“, was ihm den 3. ALV-Platz der Männer bescherte.

Bei den ALV- Frauen kam Uli vor Franziska und Caro ins Ziel. Ausgedörrt und mit dem ein oder anderen Sonnenbrand auf den Schultern schafften es schließlich alle ALV-Athleten erleichternd ins Ziel und konnten dort den Schatten und die satte Verpflegung genießen.

Insgesamt sprangen mehrere AK- und sogar drei Top-Ten-Gesamtplatzierungen für die ALVler bei der souverän organisierten Veranstaltung heraus.

Mit diesen top Ergebnissen kann sich der ALV Mainz sehen lassen und wir freuen uns schon, wenn es im August heißt: „Next Stop: Mainzer City- Triathlon“, wo wir dem Veranstalter als lokale ALV- Helden mal richtig zeigen, wo der Hammer hängt!!!

 

Frauen:

  • Uli Klemm: Gesamtplatz: 4, AK35: 1, Zeit: 2:43:46h
  • Franziska Sprengart: Gesamtplatz: 6, AK25: 2, Zeit: 02:48:40h
  • Caro Marx: Gesamtplatz: 12, AK30: 3, Zeit: 02:57:43h
  • Judith Seitz: Gesamtplatz: 18, AK40: 2, Zeit: 03:05:28h
  • Sigrun Ellenberger: Gesamtplatz: 52, AK55: 5, Zeit: 03:41:49h

Männer:

  • Erich Keuchen, Gesamtplatz: 10, AK50: 3, Zeit: 02:27:38h
  • Ralf Beier, Gesamtplatz: 12, AK25: 4, Zeit: 02:28:00h
  • Vitus Bräunig, Gesamtplatz: 20, AK25: 5, Zeit: 02:34:36h
  • Jochen Dieterichs, Gesamtplatz: 26, AK45: 3, Zeit: 02:37:45h
  • Alex Hildebrand, Gesamtplatz: 31, AK35: 6, Zeit: 02:38:44h
  • Tim Even Reichel, Gesamtplatz: 32  , AK30: 9, Zeit: 02:38:48h
  • Dirk Schön: Gesamtplatz: 87, AK45: 10, Zeit: 02:52:52h
  • Patrick Nowak: Gesamtplatz: 92, AK35: 17, Zeit: 02:53:16h
  • Detlef Hebestreit: Gesamtplatz: 182, AK60: 7, Zeit: 03:16:59h
  • Ralf Radmacher: Gesamtplatz: 194, AK55: 15, Zeit: 03:24:41h

 

Sportliche Grüße, Uli Klemm

mehr lesen

"Beißen" beim Erich-Fill-Triathlon in Taunusstein


Die Radstrecke wird vom Veranstalter schon in der Ausschreibung als anspruchsvoll beschrieben - und er sollte Recht behalten! Aber dazu später mehr.

Am 23.06.2019 bei schönstem Sommerwetter starteten 12 Athleten des ALV beim Erich-Fill-Triathlon in Taunusstein, sechs Damen und sechs Herren. Als Erstes ging Winfried den Wettkampf gegen 8:30 Uhr an, da er der Einzige von uns war, der sich an die olympische Distanz wagte. Alle anderen starteten um 10:10 Uhr auf der Sprint-Distanz und hatten daher genügend Zeit, sich mit den Örtlichkeiten vertraut zu machen oder im Schatten des ALV-Zelts in gemütlichen Sesseln zu entspannen.

Die Schwimmstrecke wurde auf der 50-Meter Bahn des Freibades absolviert. Hier sei gleich schon erwähnt, dass Isabelle die 500 m in einer Knaller-Zeit von 7:57 Minuten schwamm und damit mit Abstand die beste Schwimmerin - auch im Vergleich zu den Herren - auf dieser Strecke war. Auch auf der Radstrecke und beim Laufen zeigte sie ihre Stärke und gewann bei den Damen die Gesamtwertung - herzlichen Glückwunsch!

Aber zurück zum Wettkampf. Die Wechselzone lag in direkter Nähe und die Wege zu den Strecken waren sehr gut markiert, so dass alle schnell auf der Piste waren. Die 21 km durch den schönen Taunus verlangten den Athleten alles ab. Es waren mehrere Steigungen zu bewältigen, zwei davon forderten die Stehkraft der Triathleten heraus, denn sie zogen sich über 3 bis 4 Kilometer! Alle Kettenblätter und Ritzel kamen zum Einsatz, denn bei den Abfahrten konnte richtig Speed aufgenommen werden. So gab es immer kurzfristige Erleichterung, bevor sich die Sportler durch die nächste giftige Steigung beißen mussten.

Die abschließende Laufstrecke war zwei Mal zu durchlaufen und gut zu bewältigen, da sie über Feldwege führte und zum Glück teilweise auch durch schattiges Gebiet. Die Sonne quälte den Ein oder Anderen um die Mittagszeit und der kleine Anstieg zwischendurch fiel bei den Temperaturen von rund 28°C nicht mehr so leicht.

Im Ziel belegten die Athleten des ALV durchweg hervorragende Plätze: Bei den Damen drei Mal ein 1. Platz in der Altersklasse (Isabelle, Caro, Sigrun), bei den Herren zwei Mal ein 1. Platz (Jochen, Detlef) und in den Altersklassen mehrere 2. (Viven, Alex, Rainer) und 3. Plätze (Anne, Murphy). Besonders hervorzuheben ist nochmal Winfried, der die Strapazen bei der olympischen Distanz gleich in doppelter Länge auf sich nahm und mit einem 3. Platz in seiner Altersklasse finishte.

Zum Schluss bleibt uns, dem Veranstalter für die gelungene Organisation zu danken und uns auf die 36. Ausgabe des Traditionswettkampfes nächstes Jahr zu freuen!

Anne Blondiau

 

Ergebnisse:

Sprint (11 von 58):

  • Jochen Diederichs, AK45, 1:12:37, AK Platz 1, Gesamt Platz 3
  • Alexander Hildebrand, AK35, 1:13:12, AK Platz 2, Gesamt Platz 4
  • Rainer Schmidt, AK45, 1:14:58, AK Platz 2, Gesamt Platz 7
  • Patrick Nowak, AK35, 1:22:36, AK Platz 4, Gesamt Platz 15
  • Isabelle Henrich, AK25, 1:24:39, AK Platz 1, Gesamt Platz 23, Frauen Platz 1
  • Caroline Marx, AK30, 1:27,15, AK Platz 1, Gesamt Platz 27, Frauen Platz 2
  • Detlef Hebestreit, AK60, 1:34:59, AK Platz 1, Gesamt Platz 41
  • Anne Blondiau, AK50, 1:36:42, AK Platz 3, Gesamt Platz 42
  • Vivien Bender, AK25, 1:38:05, AK Platz 2, Gesamt Platz 45
  • Sigrun Ellenberger, AK55, 1:42:50, AK Platz 1, Gesamt Platz 50
  • Murphy DeMeglio, AK25, 1:42:58, AK Platz 3, Gesamt Platz 51

Olympisch (1 von 63):

  • Winfried Hartung, AK60, 3:09:53, AK Platz 3, Gesamt Platz 54
mehr lesen

Laser Run – Darmstadt: Vom Schießen, Treffen und Zick-Zack-Laufen vor dem Staatstheater


Der sogenannter Laser-Run beinhaltet zwei Disziplinen des modernen Fünfkampfs: „Laufen“ und „Schießen“ (für Wissbegierige: Die anderen Disziplinen sind „Schwimmen“, „Fechten“ und „Reiten“).  Motiviert von Dominik, der den Laser-Run in Darmstadt moderierte und seine Frau Pagona bei der Organisation tatkräftig unterstützte, fanden sich viele ALV-ler am Pfingstsamstag vor dem Staatstheater bei recht böigen Winden ein.

Getrennt nach Geschlecht und je nach Altersklassen absolvierte man 2 bis 4 Schießdurchgänge und ebenso viele Runden um den Georg-Büchner-Platz. Um die Streckenlänge von 400 m zu erreichen, wurde die Runde künstlich durch eine „Schikane“ verlängert, so dass die Gerade vor dem Theater 3-mal durchlaufen werden musste, bevor es wieder etwas bergauf zum Schießstand bzw. Ziel ging.

Die Veranstaltung war ein richtiges Familienevent, da die Teilnehmer zwischen 8 und 77 Jahren alt waren. Eine 5-köpfige Mädchengruppe aus der Schweiz hat mit ihrer sportlichen Erscheinung und ihrem überragenden Können für besondere Begeisterung gesorgt. Diese starteten bei den Jugendlichen, bei den Erwachsenen und später noch bei der Staffel und konnten alle Durchgänge für sich entscheiden.

Die meisten ALV-ler haderten, wie auch ich, mit ihren Schießergebnissen: Die Aufgabe bestand darin, möglichst schnell 5 Treffer zu landen, da man dann wieder auf die Laufrunde darf. Trifft man nicht, dauert alles viel länger und man ist versucht, den Rückstand mit höherem Tempo auszugleichen, was sich meist negativ auf die Schießergebnisse des nächsten Durchgangs auswirkt. Der einzige Trost ist dann meist, dass man nach max. 50 Sekunden am Schießstand weiter darf, auch wenn man nicht alles getroffen hat.

In der abschließenden Staffel kam es da noch zu zwei Duellen zwischen ALV 1 und ALV 2 sowie gegen die Konkurrenz vom TSV Schott, die das Trio Dominik, Andrey und Sebastian für sich entscheiden konnte. Die zweite ALV Staffel Teilnehmer bildeten Nadja, mein Sohn Simon und ich; Vivien hielt die ALV-Fahne in einer weiteren Staffel hoch.

Besonderen Dank an die Helfer des ALV bei der Zeitnahme, Nadja und Sebastian, sowie an Ralf für die seinen Job als Fotograf.

Markus Grab

mehr lesen

Neun Triathleten und eine Queen trotzen dem Schlamm, Wind und Regen des Neroman


Am 27. April stand der Neroman Crosstriathlon und damit der erste Triathlon des ALV-Cups auf dem Plan. Zehn Athleten des ALV ließen sich von 9 °C und Nieselregen nicht davon abhalten die rot-weiß-schwarzen Farben in der hessischen Landeshauptstadt zu repräsentieren.

Die erste Disziplin wurde im Wiesbadener Opelbad ausgetragen, welches nicht nur einen fantastischen Blick über die Stadt jenseits des Rheins bietet, sondern auch ein Schwimmbecken mit etwas mehr als 50 m Länge aufweist. Dieses Problem wird vom Veranstalter schon seit Jahren so gelöst, dass zwei Bojen vor den beiden Enden des Pools platziert werden, die es zu um schwimmen gilt. Eine ungewohnte Herausforderung, doch sie blieb heute nicht die Einzige. Die meisten ALV Athleten starteten in derselben Startgruppe, was nicht nur ein tolles Bild, sondern trotz eisigen Windes auch eine tolle Stimmung vor dem Start ergab. Nach den 500 Metern im angenehm beheizten Pool ging es über eine kurze Wendeltreppe in die 1. Wechselzone und mit der ersten kalten Windböe war klar, dass dieser Wettkampf einer der unangenehmeren Sorte werden wird. Die meisten Starter warfen sich also noch eine zusätzliche Jacke über den Einteiler bevor sich auf das Mountainbike oder den Crosser geschwungen wurde um die 20 km lange Radstrecke in Angriff zu nehmen. Plötzlich schallte es jedoch durch die Wechselzone: „Wo sind meine Schuhe!?“, und kurze Zeit später sah man einen ALV Athleten, dessen Name hier nicht weiter genannt werden soll, furios zum ALV Zelt sprinten um die vergessenen Radschuhe einzusammeln. Mit einer kurzen Verspätung ging es dann aber auch für unseren Sieger der Herzen auf die Radstrecke.

Die Radstrecke führte durch die Taunusausläufer um den Neroberg über einen Mix aus Asphalt und Waldwege. Der Kurs ist dabei sehr wellig und bei den Witterungsbedingungen zum Teil fahrtechnisch anspruchsvoll, was ein ALV Starter leider mit einem blutigen Knie bezahlen musste. An den Bergauf Passagen erinnern die brennenden Oberschenkel an die Vorsätze aus dem letzten Herbst doch endlich mal im Winter das Langhanteltraining zu forcieren. In den Bergab Passagen macht sich dann Erfahrung auf dem Crossrad und der Besitz einer Radbrille bezahlt, um den Schlamm der Strecke zumindest aus den Augen zu halten.

mehr lesen

Polderlauf Laubenheim – oder – Der Frühling hat vergessen, dass 5 Kilometer den meisten nicht reichen um warm zu werden.


Am 13.04.2019 stand der dritte Wettkampf des ALV-Cup an. Diesmal ging es bei strahlendem Sonnenschein nach Laubenheim zum Polderlauf. Begrüßt wurden wir bei frischen Temperaturen von einem gut organisierten Team, welches die Strecke und das Gelände des Sportzentrums bestens vorbereitet hatte. Nachdem auch unser Pavillon aufgebaut war, machten sich die angereisten 13 Athleten erstmal warm, da der Frühling zwar ordentlich Sonne schenkte, aber das Thermometer im Eisfach lies.

Dann ging es auch schon los für unseren Einzelstarter auf 15 km. Und 10 Minuten später gingen auch die restlichen 12 Starter auf die Wertungsstrecke von 5 km. Nach 19 Minuten und 3 Sekunden war Rainer Schmidt dann auch schon wieder im Ziel und holte damit den Gesamtsieg auf der 5 km Strecke vor unserem Vereinskameraden Alexander Hildebrand, der mit 19 Minuten und 36 Sekunden die zweitschnellste Zeit des Tages lief. Bei den Damen erkämpfte sich Caro Marx mit 21 Minuten und 7 Sekunden den Sieg in der 5 km-Disziplin. Oliver Kalb erlief sich über die 15 km-Strecke mit einer Zeit von 59 Minuten und 55 Sekunden den 7. Platz und gleichzeitig den 2. Platz in der Altersklassenwertung.

mehr lesen

Powerman Alsdorf


An diesem Wochenende fand neben dem Polderlauf in Laubenheim auch die Deutsche Meisterschaft im Duathlon im Rahmen des Powerman in Alsdorf satt, an der der ALV Mainz mit 7 Startern vertreten war.

Es gab zwei Strecken zu bewältigen. Zum einen die Deutsche Meisterschaft Powerman Classic 10 km Laufen, 60 km Radfahren mit nochmal 10 km Laufen und zum zweiten die Powerman Sprint Distanz über 5 km Laufen, 20 km Radfahren und nochmal 5 km Laufen.

Die fast flache und für das Rennen komplett für den Verkehr abgesperrte Strecke versprach schnelle Zeiten.

Leider hat sich die Wettervorhersage nicht geirrt. So starteten wir um 8:20 Uhr bei nur 1 Grad. Der Wind wurde auch immer stärker und weil es noch nicht kalt genug war, hat es dann auch noch etwas geschneit. Naja Aprilwetter halt.

Die Laufstrecke im Zentrum von Alsdorf mit 2,5 km Rundkurs, den es je nach Distanz zwei- bzw. viermal zu umrunden galt, war wie versprochen flach und etwas winklig.

Für die Radstrecke ging es auf einen 20 km Rundkurs durch mehrere Kreisel und mit drei U-Turns pro Runde, die bei der nassen Straße zur deutlichen Temporeduzierung aufforderten. Der Wind forderte ebenfalls Tribut, dafür lies der Schneefall zum Glück nach.

Zum guten Schluss musste die Laufstrecke nochmals bewältigt werden und zu aller Überraschung hat sich die Sonne dann doch noch blicken lassen.

Auch der TCEC war mit einigen Startern dabei und haben die Mainzer Flaggen hoch gehalten.

Alles im allem, wenn Mann oder Frau vom Wetter absieht, ein sehr schönes, schnelles und sehr gut organisiertes Rennen, das bestimmt auf dem einen oder anderen Wettkampfkalender einen Platz haben sollte.

 

Sportliche Grüße

Joachim

 

Ergebnisse:

Name AK Platz Zeit gesamt 1. Lauf Rad 2. Lauf

Klemm Ulrike 3. 1:20:49.53 21,25 34:06 22:39

Keuchen Erich 2. 1:11:32.70 19:20 30:25 19:29

Hensel Iris 6. 3:42:06.13 49:22 1:56:01 51:23

Wein Heiko 20. 3:13:56.38 41:31 1:37:36 49:22

Zacherl Fiedel 20. 3:15:10.00 44:27 1:42:15 43:56

Hensel Claus 11. 3:19:42.93 44:28 1:45:10 46:17

Wölke Joachim 24. 3:27:43.00 48:49 1:44:20 51:23


Deutsche Meisterschaften Cross-Duathlon in Trier


Am 17.03. versammelte sich die deutsche Cross-Duathlon-Elite in Trier um sich dort eine Schlammschlacht zu liefern und gleichzeitig den Wettkampf um den ersten deutschen Meistertitel der DTU des Jahres 2019 (Elite und Altersklassen) auszutragen. Da durften auch die nicht ganz so elitären, aber zumindest AK Athleten des ALV Mainz nicht fehlen.

 

Winfrid holte mich um halb elf, eine moderate Zeit für einen Start in einen langen Tag, ab. Wir fuhren im strömenden Regen nach Trier und Winfrid äußerte schon leise Zweifel, ob er denn bei dem Wetter überhaupt an den Start gehen möchte. Da hatte ich es leichter. Letztes Jahr hatte ich Trier bei Schnee und 4 Grad Celsius überstanden, da konnte es doch nur besser werden.

Pünktlich zum Start um halb eins kam dann auch die Sonne raus und die Teilnehmer der Deutschen, und zugleich auch Rheinland-Pfalz-Meisterschaften wurden auf die Strecke geschickt: 5km Crosslauf, 25km Mountainbike mit knapp 900 Höhenmetern (Schlammsurfen und Fango gratis) und einem abschließenden 2,5km Lauf.

 

Kurz nach dem Start waren schon die neuen Schuhe dreckig. Das sollte man nie machen, mit neuen Sohlen da in dem Trierer Lehm rumlaufen, aber die alten hatten halt keine Cross-tauglichen Sohlen mehr. Ich versuchte an Sara-Diane Gorges dranzubleiben, da ein AK Sieg nur über sie gehen würde. Etwa 2,5 Kilometer lang klappte das auch, dann musste ich einsehen, dass ich das Tempo nicht halten kann und mich nur kaputt machen würde. So drosselte ich das Tempo auf mein Tempo, kam mit 30 Sekunden Rückstand in die Wechselzone und los gings mit dem ersten Anstieg. Auf dem Rad lief es gut, ich konnte insbesondere in den schlammigen Abfahrten und den Steilstücken Plätze gut machen, wenngleich die Strecke deutlich langsamer als im trockenen Zustand war. Auf der letzten Radrunde ereilte mich noch ein Graupelschauer. War mir vorher noch eher zu warm gewesen – jetzt nicht mehr! Ich war heilfroh, eine Viertelstunde später nass und durchgefroren endlich vom Rad steigen zu dürfen. Beim abschließenden Lauf war keine Frau mehr in Sicht, weder vor mir noch hinter mir, so dass ich nicht mehr an die absolute Grenze gehen musste.

Winfrid kam 20 Minuten nach mir ins Ziel, dreckig, wieder aufgetaut und geschafft aber zufrieden die Herausforderung angesichts seines erst kürzlich verheilten Muskelfaserrisses gemeistert zu haben. Als Belohnung gab es den zehnten Gesamtplatz bei den Frauen der Deutschen Meisterschaften (inkl. Elite) und den Vizetitel in der AK. Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften konnte ich die AK gewinnen und den zweiten Platz Gesamt einfahren. Winfrid wurde achter seiner AK bei der Deutschen und dritter seiner AK bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften. Drei Medaillen für den ALV – so kann die Saison weitergehen!

Dorothee Richters

mehr lesen

Mein erster Halbmarathon (unter der ALV Flagge, aber auch im echten Leben)


Hallo liebe ALV Kollegen und hallo an jeden den es auf unserer Homepage verschlägt. Mein Name ist Dirk, ich bin Mitte 40 und einer „der neuen“ im ALV.

In meiner Jugend war ich mal sportlich, aber Job, Familie und ein wenig Bier haben mich träge und zu schwer werden lassen. Insofern habe ich mich Anfang 2018 entschieden, dass sich was ändern muss – ich werde wieder sportlich und nehme ab.

Wie macht man das? Ganz einfach: Man(n) suche sich eine neue Sportart, melde sich zu einem Wettkampf an und die Angst treibt einem dann schon dazu etwas zu tun. Gesagt getan. Kumpel überredet zu einem Sprinttriathlon und los gings. Das Ergebnis: 10 kg weniger und Spaß am Sport wiedergefunden. Damit das auch so bleibt haben mein Kumpel und ich direkt eine olympische Distanz für 2019 ausgemacht. Und weil auf die Dauer alleine trainieren auch doof ist bin ich einfach mal in den ALV eingetreten (genaugenommen versuche ich Dienstags beim Schwimmen ohne Wadenkrämpfe zu überleben – aber dazu im nächsten Bericht mehr).

Jetzt gibt es ja im Winter keine Triathlons und Radfahren bei Schnee und Eis ist ja auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Deswegen war mein Plan, dass ich läuferisch zulegen wollte – denn ehrlich gesagt war das die schwächste meine 3 eher durchschnittlichen Fähigkeiten. Mit Hilfe von YouTube meinen Laufstiel umgestellt und 2 mal die Woche laufen hat schon einiges gebracht – aber wie fit man ist findet man ja im Grunde nur in Wettkämpfen heraus. So passte es ganz gut, dass mich ein Kollege auf den Halbmarathon in Frankfurt am 10. März aufmerksam machte. Termin passte super und ich wollte eigentlich schon immer mal einen Halbmarathon machen. Also angemeldet und zur Vorbereitung ein paar mal 15 km gelaufen.

 

Jetzt das eigentliche Problem: Ich bin ein Datenfreak und ein Wettkampfmensch. Also einfach mal antreten nach dem Motto dabei sein ist alles geht nicht. Was ist also ein realistisches Ziel für so etwas? Meine Bestzeit auf die 15 km waren 5:27 min/km. Darunter sollte es schon sein, aber wieviel schneller? Hmmm, keinen Plan. Unter 2 Stunden war klar, aber 1:50 h war auch unrealistisch. Nach langen hin und her habe ich mir einen Zielkorridor von 1:52-1:55 gesetzt. Aber wie paced man das richtig? Am Anfang nicht überziehen – O.K., aber wenn man zu langsam läuft ist das ja auch irgendwie doof. Ernährung: Gele ja oder nein? Trinken ja oder nein? Was zieht man an (vor allem wenn es regnet)? Fragen über Fragen und die Realität sieht ja immer anders aus.

Dann war er da, der Tag X. Wettervorhersage echt schlecht – Schauer und starker Wind. Am Ende hatten wir aber Glück und es war feucht, aber nicht nass und ein wenig windig dazu, aber alles im Rahmen.

Am Start dann in der Gruppe mit Zielzeit 1:45-1:55 min einsortiert und los. Die ersten 10 km ging es leicht bergab, also zügig laufen aber nicht überziehen. Puls knapp unter meiner Laktatschwelle (das behauptet zumindest meine schlaue Garmin) durchschnittliche Pace 5:19 min/km – also eine Zielzeit von 1:52 wenn ich das so durchziehe. Ab km 12 dann aber der Knackpunkt - die 4,5 km Bergaufstrecke. Mir war klar, hier gilt es nun hart zu sein. Also noch schnell ein Gel mit Koffein „reingezogen“ und dann hoch mit dem Puls und „Scheiß auf die Laktatschwelle“. Die letzten 5 km geht es ja dann bergab, da können sich die Beine wieder erholen (soweit der Plan). Klappte im Grunde ganz gut. Jede Menge Leute eingesammelt und Pace gehalten bis zum Wendepunkt. Das einzige Problem: Es ging nach dem Wendepunkt gar nicht bergab. Zumindest meine Beine haben das nicht mitbekommen. Beine an Hirn: „Lauf mal langsamer ich will nicht mehr“. Hirn an Beine: „Gebt mal Gas, es geht hier bergab“. Beine an Hirn: „Du lügst, es geht immer noch bergauf“. Dieser Kampf hat dann die letzten 5 km geprägt und mit jedem km wurde er härter. Am Ende hat das Hirn über die Beine gesiegt und ich habe es in knapp unter 1.52 h ins Ziel geschafft. Na ja gesiegt ist ein großes Wort, denn die Beine hatten natürlich das letzte Wort wie ihr euch vorstellen könnt. Aber jeder Siegt hat nun mal seinen Preis.

Ab jetzt wird wieder mehr Rad fahren, denn im Sommer will ich euch ja mal berichten wie schön der Triathlon am Wörthsee ist. Der Halbmarathon in Frankfurt ist übrigens eine nette Veranstaltung. Um die 6000 Teilnehmer, alles ganz unbürokratisch, schöne Strecke und nette Mitläufer – danke an die Organisatoren, komme vermutlich wieder.

 

In dem Sinne, viele Grüße, Dirk


Steiler Start in den ALV-Cup!


Mit „Auf die Platte, fertig, los“ starteten am Samstag, den 23. Februar beim traditionellen Berglauf des LC Olympia Wiesbaden insgesamt 159 Läufer mit schönstem Frühlingswetter in die Laufsaison 2019. Erst am Montag bei der Mitgliederversammlung wurde für die Ausrichtung eines internen ALV Cups entschieden und schon am Samstag ließen es sich 12 ALV Athleten nicht nehmen, die ersten Punkte für den Cup einzuheimsen. Ein Pro-Punkt für den ALV Cup war auch die regionale Nähe der Wettkämpfe und so konnte individuell mit Auto, Bus und Rad angereist werden, wobei die Radfahrer ihre Entscheidung später bereuen sollten. Um kurz vor 14 Uhr trudelten die ersten ALV-ler zur Startnummernausgabe und Fotoshooting ein. Die Turnhalle, in der der LC Olympia seine Zelte aufschlug, hat wohl einige Kriege überlebt… Naja, zumindest gab es warme Duschen für nach dem Lauf. Kurz vor dem Start packten wir unsere Beutel und verstauten sie im bereitstehenden Bus, der unser Gepäck zum Ziel auf die Platte gebracht hat.  

Dann kurzes Aufwärmen und Einlaufen zum Start in einer schönen Parkanlage am Fuß des Nerobergs. Um 15 Uhr fiel der Startschuss und allen war die Spannung für das bevorstehende anzusehen. Es sollten nämlich 8,1 km zurückgelegt werden, jedoch mit 450 Höhenmetern rauf auf die Platte. Bei dem Gedanken wurden die Beine schon vor dem Start schwer. Die ersten 700m nach dem Start führten locker bergauf durch die Parkanlage – genug Zeit seine Muskeln für den bevorstehenden Neroberg vorzubereiten. Dann wird der „Berglauf“ seinem Namen gerecht und es ging direkt 800m den Serpentinenweg hinauf auf den Wiesbadener Hausberg. Oben angekommen war die Milchsäure in den Beinen schon deutlich zu spüren – oh je, dabei waren erst 1,5 km überstanden. Zum Glück ging es den nächsten Kilometer wieder steil bergab. Über Stock und Stein musste man wachsam sein, nicht allzu schnell den Berg runter zu preschen. Nach der kurzen Erholung sollte es nun die nächsten Kilometer zum Ziel stetig hoch gehen. Der Lauf führte durch einen schönen Mischwald und nach einigen Kilometern hatte man sich fast schon an den stetigen Anstieg gewöhnt. Doch bei Kilometer 7 steigt wieder die Anspannung, denn wir haben immer noch 110 Höhenmeter vor uns! An der nächsten Abbiegung winkt uns der Streckenposten nach links und da stand er mit seinen 25% Steigung und 100 Höhenmetern auf 400m Strecke – der berühmt berüchtigte Rodelbahn-Berg. Die ersten Meter noch laufend versucht, brannten schon bald alle Muskeln und dann ging es nur noch auf allen Vieren hoch. Da GEHT so mancher Profi, außer Flo Neuschwander, der ist kein Profi, er ist eine Maschine. Die Jagdschloss Ruine im Blick, geht es wieder auf zwei Beinen endlich auf die Zielgeraden – besser gesagt Zielanstieg, heißt ja nicht umsonst Berglauf. Geschafft! Berg bezwungen!  

mehr lesen