Podium x 4 = ALV Mainz beim Mühlchen-Triathlon


Am 12.08. stand in Darmstadt-Arheiligen für sieben ALV’ler/innen der Mühlchen-Triathlon auf dem Programm, der zugleich die vierte Station des Pfungstädter-Triathlon-Cups war.

Gewohnt früh ging es bei einem angesichts der zurückliegenden Hitzewelle ungewohnt kühlen Morgen Richtung Darmstadt. Mit der aufgehenden Sonne stiegen Temperatur und Laune und spätestens zum Startschuss um 09:40 Uhr herrschte bestes Triathlonwetter.

Die Schwimmstrecke führte im Zickzack über 400 Meter durch den Naturbadesee des Arheiliger Mühlchens. Wo sich Enten, Wasserläufer und anderes Getier sichtlich wohlfühlen, versucht der Triathlet dieses Idyll möglichst schnell hinter sich zu lassen. Zumindest unter Wasser gab es auch nicht viel zu sehen.

Wie zu erwarten war, verließ Zoe den Teich als erste ALV’lerin, gefolgt von Dominik und Uli. Wenig später erreichten auch Doro, Heiko, Simon und Alex die Wechselzone.

Nun ging es auf dem Rad über 18 Kilometer durch Felder, Wiesen und ein angrenzendes Waldstück. Aufgrund der Beschaffenheit des Untergrundes waren meist Mountainbikes und Cyclocrosser das Mittel der Wahl. Einige wenige Mitstreiter griffen unter dem Motto „Alles für den Radsplit“ doch wieder auf klassische Rennradbereifung zurück. 

Alle ALV’ler/innen erreichten die Wechselzone 2 sturz- und pannenfrei und nahmen den abschließenden Lauf über 4 Kilometer (2 Runden á 2km) in Angriff. Nun galt es die bei den kurzen Mittwochsintervallen der letzten Wochen erarbeitete Laufform auf die Strecke zu bringen. Dominik erreichte das Ziel als erster „Roter“, und schon nach wenigen Minuten standen wieder alle ALV’ler im Zielbereich beisammen und genossen das reichhaltige Angebot an Obst und Getränken. Ein sehr gutes Mannschaftsergebnis deutete sich an und wurde wenig später durch die Ergebnisse bestätigt. In der Gesamteinlaufliste konnten sich alle sieben ALV’ler im vorderen Drittel platzieren. Dazu kamen vier Podiumsplätze in den Altersklassen. Hier die Einzelergebnisse:

 

  • Ulrike Klemm                         1:02:48,  5. Platz w/ 2. Platz w35
  • Dorothee Richters                 1:04:00,  8. Platz w/ 1. Platz w30
  • Zoe Holland-Cunz                 1:06:18,12. Platz w/ 3. Platz w16

 

  • Dominik Sonndag                  0:58:30, 18. Platz m/ 4. Platz m35
  • Alexander Hildebrand            1:00:07, 24. Platz m/ 5. Platz m35
  • Simon Rothmeier                   1:01:20, 33. Platz m/ 3. Platz m30
  • Heiko Philipps                        1:04:31, 63. Platz m/ 8. Platz m50

ITU Triathlon Hamburg: Zwei ALV-Athleten beim größten Triathlon der Welt


Mehr als 10.000 Athleten, die Crème-de-la-Crème der Profis, Gänsehaut-Feeling und zwei ALV-Athleten erfolgreich dabei

 

„Jetzt weiß ich, warum Du immer davon geschwärmt hast! Es ist wirklich sagen-haft! Es war ein wahnsinnig schönes Triathlon-Wochenende! “ (Matteo)

Hamburg, 15. Juli 2018. Der blaue Teppich, über den am Vorabend noch der Spanier Mola, der Franzose Luis und der Brite Brownlee ins Ziel gesprintet sind, das „Stadion“, die Tribünen am Rathausplatz, wo Zehntausende den Sieger des ITU-World-Championship-Series-Rennen gefeiert haben – das ist das Ziel für Matteo und Carsten an jenem Sonntag morgen.

Wie die Profis, die Top-Triathlon-Elite am Samstag, geht es auch für die zwei ALV-Athleten bei der Olympischen Distanz am Sonntag  erst vom berühmten Jungfernstieg in die Alster: 1.500 Meter quer durch die Binnen-Alster, unter zwei Brücken hinaus in die Außenalster, um zwei Bojen und unter den Brücken durch die Binnenalster wieder zurück Richtung Rathaus.

Der Turm des imposanten Hansestadt-Wahrzeichens: die perfekte „Landmarke“ zur Orientierung im Wasser! Dann 40km (in drei Runden ) vorbei an den Landungsbrücken und an der Norderelbe entlang… und schließlich 10km um Binnen- und Außenalster, bevor es die magische Poststraße Richtung Rathausmarkt geht – mit dem Mega-Finish! 

„Mamma mia… das ist aber lang!“ Matteo staunt nicht schlecht, als ihm Carsten den Ballindamm zeigt: Die komplette Seite am Ost-Ufer der Binnenalster ist die Wechselzone. Mehr als 3.250 Rennräder werden hier stehen. Nur bei der Olympischen Distanz!

Am Vortag sind es nochmal so viele beim Sprint. Carsten ist seit 2006 jedes Jahr bei diesem Spektakel dabei gewesen, für Matteo ist es eine Premiere: „Schau mal“, sagt Matteo beim Abholen der Startbeutel auf dem Gänsemarkt: „Du hattest doch gesagt, dass es Startblöcke von A-Z gibt… dieses Jahr gibt’s sogar Ä+Ö!“ – In Blöcken von 170 Startern werden die weit über 3.000 Teilnehmer ins Rennen geschickt… alle 8 Minuten. Matteo startet um 9.00 Uhr. Carsten dagegen ist in Block B und muss bereits um 6.38 Uhr in die Alster springen.  

Das ist früh, doch die Bedingungen sind perfekt an diesem Sonntag-Morgen. „Seid Ihr bereit???!“ – „Jaaaaa!“ brüllen 170 blaue Badekappen aus der Alster.  „Hier ist Euer Countdown! 3,2,1… MÖÖÖÖÖÖP!“ – Und dann nehmen 170 Neoprenanzüge  Kurs auf die Kennedybrücke, über die die ICEs vom Hamburger Hauptbahnhof nach Altona rollen. Im Sonnenaufgang glitzert die Alster, leuchten nach dem dunklen Part unter den Brücken hindurch die zwei gelben Tonnen in der Außenalster…. Dann funkelt das goldene Ziffernblatt der Rathausuhr. Das ist das Ziel! Carsten kämpft sich durch die Binnenalster, erhöht nochmal die Schlagzahl, als es unter der Reesendammbrücke in die „kleine Alster“ geht, den Kanal, an dem links auf den Alstertreppen Hunderte Zuschauer sitzen und anfeuern.

Was für ein Swim-Finish, was für eine Stimmung! Noch wenige Meter… dann ist da die Rampe, der Ausstieg, den gestern die Profis schon hochgestürmt sind. Blick auf die Uhr: 24 Minuten! Neuer Rekord auf den 1.500 Metern! Das motiviert beim langen Lauf in die Wechselzone… Pinar und Carstens Cousine klatschen ab, rufen hinterher. Auf dem Rad dagegen wird es einsam.

Auf der ersten Runde sind kaum Konkurrenten auf dem Kurs. Bei den Landungsbrücken steht rechts ein Polizeiwagen: Beamte kontrollieren die Papiere einer Prostituierten. Hamburg um 7 Uhr morgens!   – Auf der zweiten und dritten Rad-Runde sind endlich mehr Teilnehmern aus den nachfolgenden Blöcken auf der Strecke, das hilft, mehr Gas zu geben… und tatsächlich: 2:03:54 Std. – um über eine Minute ist Carsten schneller als im Vorjahr. Auch hier neue PB! Dann geht’s vom Ballindamm auf die Laufstrecke: Noch ist die relativ leer, es sind mehr weiße Segler auf der Außenalster.

Aber für die hat Carsten keinen Blick… nur für die Uhr: ø 3:59 min./km  sagt die bei der Wendemarke… und Carsten kann das Tempo halten: durch die ERDINGER Alkoholfrei PowerZone, wo Mike am Mikrofon für eine Motivationsspritze sorgt und Carsten begrüßt: „Da ist der Mann der heute-Nachrichten, und gleich wird hier auch noch ‚Mister tagesschau´ Thorsten Schröder vorbeikommen…!“   – Dann die vorletzte Kurve. Pinar und Michela rufen, brüllen… und schließlich ist der Finisher-Bogen, der Rathausplatz vor Augen: 2:14:58 Std. – für Carsten ein neuer Rekord über die Olympische Distanz in Hamburg (vergangenes Jahr waren die 2:18:19 Std. schon eine neue Bestzeit). „Wow, das war klasse…. das Wetter 1A, die Stimmung… Nun schauen wir mal, was Matteo macht!“ 

Und das konnte sich Carsten zusammen mit Pinar und Michela selbst ansehen: „Da ist er!“ Der Wuschelkopf ist zwar unter der Badekappe versteckt, trotzdem können sie Matteo von den Alstertreppen aus im Schlusskanal ausmachen. „Hepp, hepp, hepp, Matteo!!!“ – Michelas, Pinars und Carstens Anfeuerungsrufe begleiten Matteo auf den Weg zur Wechselzone. Dann ist er die 40km unterwegs: dreimal Landungsbrücken, Elbe, Alster… Schließlich die 10km: Auf dem Rad brauchte Matteo nur 1:03:39 Std. – dafür wird es jetzt beim Laufen hart. 800m vor dem Ziel, die ALV-Fankurve: „Hau rein, Matteo!  Gib alles!“ – Die Anfeuerer geben alles, Matteo auch. Dann kommt für den Mann im rot-weiß-schwarzen ALV-Dress die persönliche Premiere:  Zum ersten Mal darf Matteo den Zieleinlauf auf dem Hamburger Rathausmarkt genießen – ein spektakuläres Finish! Die große Medaille mit dem ITU-Symbol  – verdient: 2:22:44 Stunden! Das Verrückte: Damit hat Matteo auf die Sekunde genau seine Bestzeit auf der Olympischen Distanz (2012 in München) eingestellt. „Wahnsinn! Wenn man das so geplant hätte, man hätte es nicht so hinbekommen! Wahnsinnnnnn!“ Matteo strahlt stolz: Denn de facto war er in Hamburg viel schneller, sowohl beim Schwimmen als auch auf dem Rad und beim Laufen. Nur war die Wechselzone an der Alster drei- bis viermal so lang wie damals in München. Also: Matteo ist glücklich über diese Best-Zeiten. „Gerade auf dem Rad habe ich mich deutlich gesteigert… Ich bin super zufrieden!“

Auch Carsten kann sich freuen: Von mehr als 3.250 Teilnehmern hat er die 40. Lauf-Split-Zeit. Und nur 44 Sekunden hinter Tagesschau- Mann Thorsten Schröder, der immerhin 2017 drei Ironman finishte (darunter Hawaii!) – das war keine Schande, sondern ein tolles Rennen unter befreundeten Kollegen.

Doch zum weiteren Analysieren bleibt gar keine Zeit. Nur wenige Stunden nach dem eigenen Wettkampf starten erneut die Profis: bei den Mixed-Relay-Weltmeisterschaften. Jede Mannschaft besteht aus Frau-Mann-Frau-Mann. Jeder muss einen Mini-Sprint-Triathlon (300m / 7km/ 1,7km) absolvieren, auf dem Rathausplatz den Team-Partner abklatschen, und der rast dann die Rampe hinunter und hechtet mit einem Kopfsprung in die Alster – ein gigantisches Spektakel! Der Schwimm-, Rad- und Laufkurs ist jeweils so eng in der Innenstadt, dass Zehntausende  diese WM komplett an einem Ort verfolgen können. „Unglaublich! Da kommen sie schon wieder! Was für ein Tempo!“

Matteo hat Recht: Es ist ein High-Speed-Triathlon von Highspeed-Profis, den  die Hobby-Triathleten aus Mainz hier live erleben. Ständig wechselt in diesem verrückten WM-Rennen die Führung. Am Ende sind es die Franzosen, die mit Luis den Sieg holen. „Das sind die aus Eurem Hotel!“ sagt Carsten zu Matteo und Michela, die zufälligerweise im Mannschaftshotel der französischen Triathleten übernachtet haben. „2014 kam mir da Vincent Luis schon mal aus dem Fahrstuhl entgegen… und ich konnte ihm im Hotelflur gratulieren!“  – „Ja, es ist schon lustig“, sagt Matteo.  „Jetzt weiß ich, warum Du immer davon geschwärmt hast! Es ist wirklich sagen-haft! Es war ein wahnsinnig schönes Triathlon-Wochenende! “

Die Ergebnisse:

  Swim Bike Run Endzeit Platz-AK Pl. gs.
 Matteo Rizzi 25:23 (217.) 1:03:39 (452.) 44:24 (359.) 2:22:44 70. AK4 262.
Carsten Rüger 24:03 (105.) 1:03:54 (502.) 39:11 (40.) 2:14:58 11. MSen2 87.

 

Carsten Rüger


Wer mag Berge ?


Hier gibt es sie, beim Sixtus Alpentriathlon in Schliersee, olympische Distanz.

 

22. Juli 2018, frische Temperaturen und Regenwetter ohne Aussicht auf wesentliche Besserung. Die Schwimmstrecke ist im Schliersee. Gestartet wird ab 11:00 in 3 Wellen und jede wird mit einem lauten Böller losgeschickt. Auf den ersten Metern geht es eher rau zu. Nach der halben Schwimmstrecke riskiere ich einen Blick auf die Uhr, 20 Minuten. Für mich ist damit erstmal alles im Plan.

Die Radstrecke hat es in sich. Die ersten km sind relativ eben, dann kommt ein erster knackiger Anstieg Richtung Wörnsmühl. Oben angekommen geht es schnell wieder abwärts mit einigen engen Kurven, bei dem Regenwetter mit viel Vorsicht zu genießen. Wir sind in den Bergen, also geht es ohne Pause gleich wieder nach oben mit Rampen bis 14%. Genauso steil führt die Strecke auf der anderen Seite bergab auf eine nur leicht wellige 10km Strecke bis zur Auffahrt zum Spitzingsattel (1127m): 4km mit durchschnittlich 9% und separater Bergwertung. Kurz nach dem Spitzingsattel und mit inzwischen 853 Höhenmetern in den Beinen geht es zum 2. Wechsel am Spitzingsee. Die Wechselzone ist genauso aufgebaut wie die unten am Schliersee, also gibt es keine Orientierungsprobleme. Der Veranstalter hat die Beutel mit den Laufschuhen an den Fahrradständern abgelegt, alles super organisiert. Leider sind die Beutel nicht wasserdicht. Meine Füße sind nass vom Radfahren, die Socken wollen nicht glatt drüber rutschen und in die feuchten Laufschuhe komme ich kaum rein. Das kostet Zeit! 

Die Laufstrecke geht zunächst ein Stück weit herunter in das Valepper Tal, ein paar schöne schnelle km auf Asphalt. Die Rechnung kommt: In einer weiten Schleife geht es über Forstwege wieder hoch zum Spitzingsee, dann folgen 2 Runden um den See. Das Ganze summiert sich nochmal auf 176 Höhenmeter in grandioser Landschaft, noch schöner wenn die Sonne scheint.

 

Das war meine erste olympische Distanz. Das Ziel habe ich nach 3:42 gesehen (AK Platz 5), hat trotz Dauerregen super Spaß gemacht und hohes Wiederholungspotenzial. Der Kaiserschmarrn nach dem Ziel war der Beste an den ich mich erinnern kann J!

 

Winfrid Hartung